Der Konservative Meinhard Miegel erteilt in seinem Buch »Exit« dem Wirtschaftswachstum eine klare Absage. Ein anderer Wohlstand muss her.
“Das Wachstum der Wirtschaft ist zur Ersatzreligion unserer Gesellschaft geworden. Vielen gilt es als Voraussetzung für Wohlstand, persönliches Glück und ein funktionierendes Gemeinwesen. Doch was ist, wenn es kein Wachstum mehr gibt? Was kann, was sollte an seine Stelle treten, um uns ein erfülltes Leben zu ermöglichen? Auf diese drängenden Fragen gibt Meinhard Miegel, einer der renommiertesten Sozialwissenschaftler Deutschlands, profunde Antworten. Dass die beispiellose Wachstumsepoche, die die westliche Welt seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat, zu Ende geht, sieht Miegel als Herausforderung und Chance zugleich. Denn längst mehrt dieses Wachstum nicht mehr unseren Wohlstand, sondern verzehrt ihn. Es überlastet die natürlichen Ressourcen, die Umwelt und nicht zuletzt die Menschen. Dringend geboten ist ein intelligenterer Umgang mit den Gütern der Erde, die Achtung von Umwelt und Natur, vor allem aber ein grundlegend verändertes Verständnis unserer Möglichkeiten und Bedürfnisse. Es geht um nichts Geringeres als ein zukunftsfähiges Lebenskonzept. iegel bietet eine bestechende Zeitdiagnose und einen überzeugenden Entwurf dessen, was zu tun ist. Ein wegweisendes Buch. “Exit” dem Wirtschaftswachstum eine klare Absage. Ein anderer Wohlstand muss her.
Das Interessante an diesem Buch ist gar nicht so sehr das, was darin steht. Das Interessante ist, dass dieser Mann es geschrieben hat: Meinhard Miegel, 70 Jahre alt, promovierter Jurist, ehemaliger Mitarbeiter des CDU-Politikers Kurt Biedenkopf, Berater eines von der Deutschen Bank finanzierten Forschungsinstituts, Mitglied im Konzernbeirat der AXA-Versicherung. Ein Mann, der viel Zeit in der Nähe der Macht und des Mammons verbringt, einer, dem Politiker zuhören, Manager, Unternehmer. Und viele andere in der Gesellschaft, die man Eliten nennt.
Ausgerechnet dieser Meinhard Miegel hat nun ein Buch geschrieben, das sich in einem Satz so zusammenfassen lässt: Hört endlich auf, immer nur an Geld zu denken! (…)
Quelle: ZEIT vom 04.04.2010
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