Eine Kommission des französischen Parlaments empfiehlt gesetzliche Maßnahmen gegen die Vollverschleierung. Manche Regierungspolitiker denken auch über ein Minarettverbot nach.
Von Kopf bis Fuß in schwarzem oder blauem Tuch verhüllte Gestalten sind auf französischen Straßen so selten anzutreffen, dass sich die meisten Passanten verwundert umdrehen. Die einen schütteln irritiert den Kopf, andere machen eher belustigt Sprüche, manche versuchen mit strapazierter Toleranz so zu tun, als sei nichts gewesen.
Es lässt sich aber nicht einfach wegreden, dass diese gespenstisch wirkenden Figuren im westlichen Straßenbild provozieren. Auf der Pariser Prunk-Avenue, den Champs-Élysées, und in den umliegenden Luxusboutiquen werden solche meist von Männern eskortierten Kundinnen aus Saudi-Arabien zwar anstandslos bedient. Doch seit kurzem tauchen auch in weit weniger vornehmen Vorstadtquartieren von Paris, Lyon und Straßburg muslimische Frauen in Nikab (Vollschleier mit Augenschlitz) oder Burka auf.
Angst macht der Schleier als Symbol einer in westlichen Augen archaischen theokratischen Gesellschaft, die nicht nur generell die freizügige Lebensweise, sondern im Speziellen alle Errungenschaften der sexuellen Befreiung und der Bestrebungen zur Gleichberechtigung der Frau infrage stellt. (…)
Quelle: Merkur vom 29.01.2010
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