Das Verfahren ist bisher einmalig. Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wollen die früheren Eigentümer des Ölkonzerns 100 Milliarden Dollar erstreiten. Für Russland bedeutet der Prozess einen massiven Imageschaden.
Gut sechs Jahre nach der Verhaftung des Kremlkritikers Michail Chodorkowski befasst sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit der Zerschlagung des Ölkonzerns Yukos.
Am Donnerstag begann die Anhörung. Die Richter sollen entscheiden, ob der russische Staat bei der Zwangsversteigerung des Unternehmens die Rechte der Eigentümer verletzt hat. Nicht nur wegen der politischen Dimension, sondern auch wegen der bislang einmaligen Klagesumme von knapp 100 Milliarden Dollar ist der Yukos-Fall das bisher spektakulärste Verfahren am Straßburger Gerichtshof.
Lange versuchten die Russen, die schon 2004 eingereichte Klage in Straßburg zu verhindern. Das russische Argument, Yukos gebe es nicht mehr und damit auch keinen Streitgegenstand, ließen die Richter nicht gelten. (…)
Quelle: Capital vom 04.03.2010
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