Gerhard Strate ist Anwalt, Strafverteidiger, ein Kämpfer ohne Angst vor großen Namen. Im Kosovo-Krieg ist er medienwirksam gegen die Bundesrepublik vor Gericht gezogen. Er hat die zweifache Kindsmörderin Monika Böttcher verteidigt, deren Fall das Land in den 80er- und 90er-Jahren in Atem hielt, er hat den Internetunternehmer Alexander Falk vertreten, die Hamburger Kiez-Größe Burim Osmani, den Terrorverdächtigen Mounir al-Motassadeq.
Große Prozesse waren das, und immer ging es um die großen Fragen der Gesellschaft, um das Selbstverständnis des Rechtsstaats im Angesicht von Mord, Krieg, Betrug oder Terror. Nun hat sich Strate in die Finanzkrise verbissen.
Zehn Schriftsätze hat er in den vergangenen Monaten verschickt, Strafanzeigen gegen Manager der HSH Nordbank, der Hypo Real Estate (HRE) und der BayernLB, gegen das Führungspersonal von Deutschlands Pleitebanken. Es geht darin um schwere Untreue und Bilanzfälschung. Für Strate geht es aber auch um Schuld und Sühne, sogar um die Demokratie.
“Das ist eine neue Qualität kriminellen Handelns”, sagt er erregt. (…)
Quelle: FTD vom 04.03.2010
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