Günter Grass im Visier – Die Stasi-Akte

20.03.2010

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Der Festsaal im Alten Rathaus zu Leipzig ist rappelvoll, als Günter Grass das Podium betritt. Neben ihm nehmen Platz der Journalist Kai Schlüter, der die Dokumentation über Grass’ Stasi-Akte herausgegeben hat, dann der Verleger Christoph Links sowie ein Schauspieler, der an diesem Abend aus den Akten vorträgt. Dennoch konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf nur einen, den Nobelpreisträger, der sich nach langen Jahren des Zögerns nun doch entschlossen hat, seine Stasi-Akten zu sichten.

Der Autor der “Blechtrommel” geriet zu Beginn der 60er Jahre ins Fadenkreuz der Staatssicherheit. Grass hatte sich damals öffentlich gegen den Bau der Berliner Mauer ausgesprochen, Petitionen verfasst und sogar einen Protestbrief an die UNO geschrieben. Zudem setzte sich der gebürtige Danziger für in der DDR kaltgestellte Autoren wie etwa Uwe Johnson ein. All dies machte die Stasi nicht nur misstrauisch, Grass wurde “anfällig”, wie es im Geheimdienst-Jargon hieß.

Das heißt, von nun an gab es eine Akte Grass. (…)

Quelle: DW-World vom 20.03.2010


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