Die Debatte über aktive Sterbehilfe muss nach Ansicht des belgischen Neurologen Steven Laureys neu aufgerollt werden. Die Frage einer Behandlungseinstellung bei Koma-Patienten werde aber weiter schwierig bleiben, sagte Laureys in einem am Wochenende auf der Webseite der französischen katholischen Wochenzeitung „La Vie“ veröffentlichten Interview.
Laureys und ein britisches Forscherteam aus Cambridge hatten in der vergangenen Woche Ergebnisse publiziert, wonach ihnen durch neue bildgebende Verfahren eine begrenzte Kommunikation mit einem Wachkoma-Patienten möglich war. Gegenüber „La Vie“ sagte der Wissenschaftler, noch seien die Methoden im Forschungsstadium und nicht in der klinischen Anwendung.
Allerdings könnten sie künftig zur Entscheidungsfindung beitragen, wenn es um die Frage gehe, ob eine Behandlung fortgesetzt oder eingestellt werden solle, so der Wissenschaftler. So werde es einmal möglich sein, Wachkoma-Patienten selbst nach ihrer Haltung zur Euthanasie zu befragen. (…)
Quelle: Ärzteblatt vom 08.02.2010
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