Der Fall ist inzwischen gelöst. Er ist beispielhaft: In einem Wald nahe der niederösterreichischen Stadt Haag wird die Leiche eines Neugeborenen gefunden, in einem Karton verpackt, mit Heu bedeckt. Vieles deutet darauf hin, dass die Mutter Hand angelegt hat. Auch in der Wohnung der jungen Frau wird Heu gefunden. Das gleiche Heu wie am Fundort?
Es ist eine international angesehene Professorin des Instituts für Botanik der Universität Wien am Wiener Rennweg, die der Polizei die endgültige Antwort liefert. “Ich habe die Pollenprofile für beide Proben erstellt. Das Ergebnis war eindeutig”, erläutert Martina Weber.
Der erste Mordfall, der dank der forensischen Palynologie gelöst werden konnte, liegt 50 Jahre zurück: Der Paläobotaniker Wilhelm Klaus bot damals sein Wissen der Wiener Polizei an, die bei einem Mord in den Donauauen im Dunklen tappte.
Vom einzigen Verdächtigen war nicht zu erfahren, wo er die Leiche seines Opfers vergraben hatte, bis Professor Klaus die Pollen seiner Schuhsohle analysierte. Damit konnte er exakt den Tatort bestimmen. Denn er fand fossile Pollenkörner der Hickory-Nuss. Und wusste: Die gibt es nur mehr in der Stockerauer Au bei Spillern. Die Methode geriet danach in Vergessenheit, wurde in Neuseeland weiterentwickelt und wird heute auch wieder von hiesigen Polizisten genutzt. (…)
Quelle: KURIER vom 03.01.2010

Comments on this entry are closed.