Zuerst das Kindeswohl

23.12.2009

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„Deutschland darf ledige Väter nicht mehr diskriminieren“, stand über den Berichten zu einem Urteil, das der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eben verkündet hat. Der Vorwurf: Nach dem geltenden Familienrecht blieben sie in der Regel vom Sorgerecht für ihre Kinder ausgeschlossen. Es sind nicht wenige Fälle: In den neuen Bundesländern werden schon 57 Prozent aller Kinder unehelich geboren. Im Westen, also der in diesem Fall wirklich guten alten Bundesrepublik, sind es nur 25 Prozent. Die steigenden Zahlen zeigen einen Wandel der gesellschaftlichen Verhältnisse: Die Ehe als auf Dauer angelegte Lebensform, die vor allem auch Kindern Stabilität geben soll, hat an Stellenwert verloren.



Das kam nicht überraschend. Dieser schleichende Prozess hat zu tun mit einem zunehmend entwurzelten Leben in einer Volkswirtschaft, die alles auf Mobilität setzt und in der Arbeitsverhältnisse an Verlässlichkeit eingebüßt haben. Eine Ursache ist auch die abnehmende Bindung an die Kirchen, für die die Ehe noch ein Sakrament ist, etwas Heiliges, das man unter allen Umständen verteidigen muss. Das finden immer weniger Menschen attraktiv. Wo aber christlicher Glaube und entsprechende moralische Leitbilder fehlen, ändert sich auch die Haltung zu Ehe und Familie. Eine feste Bindung wird immer öfter als entbehrlich angesehen, viele Beziehungen werden aufrechterhalten, solange sie eben gut gehen. Wenn nicht, gibt man die Bindung an den Partner oft leichthin auf, weil Kämpfen mühsam ist und das finanzielle Unterhaltsrecht eine Trennung erleichtert. (…)

Quelle: Blog Merkur vom 11.12.2009


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