Es gibt Ereignisse, die auf den ersten Blick surreal wirken. Die ihre Zeit brauchen, bis sie den Verstand erreichen, bis das überforderte Gehirn begreift, dass es Realität war, was eben noch mit einem „Kann doch gar nicht sein“ abgetan wurde. Der Abgang von Stuttgarts Torwart Jens Lehmann im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 war so ein Moment.
Der 40-Jährige rühmt sich gern damit, das Geschäft zu durchschauen. Tatsächlich hat er mit durchaus differenzierten Aussagen bewiesen, dass er sich intellektuell deutlich über dem Mittelmaß bewegt. Und dieser Profi rammt kurz vor Schluss, mit dem eben abgefangenen Ball in der Hand, einen Gegner im Strafraum um, weil der ihm zuvor gegen das Knie getreten hat – eine Aktion auf Sandkasten-Niveau. Es gibt die Rote Karte für den Rempler, dazu einen Elfmeter, der von den Mainzern zum 1:1-Ausgleich genutzt wird. Stuttgart gehen so zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf verloren. (…)
Quelle: WELT vom 14.12.2009

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