Hätte die Polizei doch damals nur auf sie gehört. Auf sie, seine Frau. Unendliches Leid wäre verhindert worden. Zehn Menschen könnten noch leben. Millionen wären nicht für Wochen in Angst und Schrecken versetzt worden. Und ihr Ex-Mann würde nun nicht in der weiß getünchten Todeszelle im Gefängnis von Greensville in Virginia sitzen: der Sniper von Washington, der Serienkiller John Allen Muhammad. Für diesen Dienstag ist die Hinrichtung des 48-Jährigen mit der Giftspritze angesetzt.
Lange 23 Tage hatte Muhammad im Oktober 2002 zusammen mit seinem dem damals 17-jährigen Komplizen Lee Boyd Malvo die Vororte der US-Hauptstadt in den Bundesstaaten Maryland und Virginia terrorisiert, ehe die beiden auf einem Rastplatz festgenommen wurden. Mit einem Präzisionsgewehr hatten sie aus dem Hinterhalt zehn Menschen erschossen, meist an Tankstellen und auf Supermarktparkplätzen. Wahllos hatten sie ihre nichts ahnenden Opfer ausgesucht. Zum Tode verurteilt wurde Muhammad für einen Mord in Manassas, einer Kleinstadt südwestlich von Washington. Malvo, ein gebürtiger Jamaikaner, den er als seinen Sohn bezeichnete, erhielt eine lebenslange Haftstrafe ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung. (…)
Quelle: Süddeutsche vom 09.11.2009

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