Viele MBA-Programmdirektoren haben das Jahr nach dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft grübelnd mit der Frage verbracht, ob sie ihre Lehrpläne nicht neu erfinden müssten, um auf eine Finanzkrise zu reagieren, die sie nach Ansicht vieler selbst mit verursacht haben.
Die Argumente der Kritiker sind wohlbekannt: Gescheiterte Unternehmen wie Lehman Brothers waren voll von gierigen und selbstgefälligen Absolventen prestigeträchtiger Business Schools. “Doch gleichgültig, ob die Kritik berechtigt ist oder nicht,” meint das britische Wirtschaftsmagazin Economist, “es trifft sicher zu, dass die Krise nicht nur die Einstellung zu Business-Schulen fundamental verändert hat, sondern auch die zur Kunst des Managements an sich.”
Ein Jahr später überlegen die Schuldirektoren immer noch, mit welcher Reaktion sich ihre schwindende Reputation retten ließe. Die meisten geben sich mit bescheidenen Anpassungen im Lehrplan zufrieden. Die Columbia Business School in New York beispielsweise ist dabei, zwei neue Module einzuführen, eines zur Zukunft der Finanzwirtschaft und ein anderes zum Zusammenbruch der Automobilindustrie. In der Thunderbird School of Global Management in Arizona müssen Studenten des Global MBA Programms das Studium mit einem abschießenden Modul zum Thema Weltbürgertum beenden. (…)
Quelle: FTD vom 30.10.2009
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