Der schlechtere Borat

23.10.2009

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Günter Wallraff hat wieder zugeschlagen. Der “Ganz unten”-Autor testet in seinem neuen Film “Schwarz auf Weiß” als Somalier verkleidet die Fremdenfreundlichkeit der Deutschen. Herausgekommen ist der Abgesang auf eine Journalisten-Legende.



Der Mann mit dem scharfkantigen Gesicht war schon ein türkischer Gastarbeiter, “Bild”-Reporter, Obdachloser, Waffenhändler und Callcenter-Sklave. Seit mehr als 40 Jahren nimmt Günter Wallraff falsche Identitäten an und berichtet dann von den üblen Bedingungen, unter denen diese Menschen in Deutschland arbeiten und leben müssen. Günter Wallraff ist eine Legende. Aber Günter Wallraff ist mittlerweile auch ein Fossil.

Fangen wir ganz von vorne an: Aufklärung ist, wonach Journalisten bestenfalls streben. Sie wollen dem Leser die Welt erklären, ihm neue Welten zeigen, die Augen öffnen, ihn aufrütteln. Das ist auch der Anspruch von Günter Wallraff. Für seinen neuen Film “Schwarz auf Weiß” hat er sich dazu braun anmalen lassen, eine Afro-Perücke auf- und dunkle Kontaktlinsen eingesetzt. 14 Monate ist Wallraff als Kwami Ogonno aus Somalia durch Deutschland gereist. Von Ost nach West – von der Hundeschule zum Schrebergartenverein. (…)

Quelle: Stern vom 22.10.2009


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