Überraschende Aussage im “Todesengel”-Prozess: 13 kranke Menschen soll Dr. Mechthild Bach getötet haben. Vor dem Landgericht Hannover brach die Internistin nun ihr Schweigen. Sie habe dem Befinden der Patienten mehr Aufmerksamkeit gewidmet als der Führung deren Akten, sagte sie – und weinte.
Am Dienstag wurde der Prozess zum zweiten Mal eröffnet, nachdem die erste Verhandlung wegen achtfachen Totschlags nach Erkrankung eines Richters abgebrochen worden war.” Ich werde zu Unrecht beschuldigt und widerspreche entschieden allen gegen mich vorgetragenen Anschuldigungen”, erklärte die wegen Tötung von 13 Patienten angeklagte frühere Krebsärztin Mechthild Bach vor dem Landgericht Hannover mit stockender Stimme und unter Tränen. Sie will nur sterbebegleitend tätig gewesen sein.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Internistin in zwei Anklagen vor, in den Jahren 2001 bis 2003 insgesamt 13 Patienten “entgegen den Regeln der ärztlichen Kunst” mit überhöhten Dosen Morphium oder des Beruhigungsmittels Diazepam getötet zu haben. Oberstaatsanwältin Regina Dietzel-Gropp sagte, die meisten Patienten hätten überhaupt kein Morphium gebraucht, bei den übrigen seien die Dosen zu hoch gewesen. Als verantwortliche Internistin einer Klinik in Langenhagen bei Hannover habe sie die Patienten dadurch vorsätzlich getötet. Einige Patienten seien keineswegs unheilbar krank gewesen. (…)
Quelle: Spiegel vom 20.10.2009

Comments on this entry are closed.