Rechtsanwälte auf der Anklagebank

14.10.2009

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Schon wieder sind am Bochumer Gericht zwei Rechtsanwälte wegen Veruntreuung von Mandantengeldern angeklagt worden.

Nachdem erst in der vorigen Woche gegen einen angeklagten Anwalt (62) aus Wattenscheid Haftbefehl erlassen wurde (der aber noch nicht vollstreckt wurde), müssen sich seit Montag eine 44-jährige Rechtsanwältin und ein 42-jähriger Rechtsanwalt vor dem Landgericht verantworten.



Die Vorwürfe sind insgesamt massiv: Die beiden hatten von 1997 bis zum Aufkommen der Vorwürfe 2008 eine Gemeinschaftssozietät in Bochum betrieben. Laut Anklage sollen sie nun von 2005 bis 2008 in insgesamt rund 15 Fällen in unterschiedlicher Beteiligung Mandantengelder für sich unterschlagen haben. (…) Auch Akten und Unterlagen ihrer Mandanten hielten sie laut Anklage zurück. Erst nach starkem Druck von außen sollen sie – teilweise – die Gelder und Akten herausgerückt haben.

In der Anklage ist auch von einem Miet-Betrug die Rede. “Mindestens 37.000 Euro” Schaden sollen sie verursacht haben, indem sie ihre Büroräume samt Kaution nicht bezahlten, wie es heißt. In einem Fall sollen sie die Sozialabgaben ihres Rechtsanwaltsfachangestellten nicht an die Sozialkassen abgeführt haben.

Der schlimmste Fall: In einer Strafsache soll die Rechtsanwälting einen Teil einer Geldstrafe für einen ihrer Mandanten nicht an die Gerichtskasse weitergeleitet haben, obwohl sie dafür 400 € zu treuen Händen erhalten habe. Folge: Gegen den arglosen Mandanten wurden mehrere Haftbefehle erlassen. Nicht bezahlte Geldstrafen werden nämlich ersatzweise mit einem Tag Haft pro Tagessatz abgebüßt. Letztens Endes konnte der Mandant die Haft aber trotzdem abwenden. (…)

Quelle: DerWesten vom 05.10.2009


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