Am Dienstag beginnt in Istanbul der Prozess zum ersten dokumentierten Ehrenmord an einem Schwulen in der Türkei. Der Partner des Toten wird aus Köln anreisen.
Kurz vor Beginn des Prozesses um den Mord an seinem Geliebten in Istanbul, fordert der Kölner Ibrahim Can den mutmaßlichen Täter auf, seine Homophobie offen einzugestehen. “Ich möchte aus seinem Mund hören: Ich habe ihn getötet, weil er schwul war”, sagte der 44-Jährige der sonntaz. Angeklagt ist der Vater des erschossenen Ahmet Yildiz. Er ist untergetaucht, vermutlich im Nordirak, und wird aller Voraussicht nicht vor Gericht erscheinen. Ibrahim Can will dennoch zum Prozessauftakt am Dienstag in die Türkei reisen. “Ich will dem Gericht zeigen: Hier bin ich, wo sind die Mörder?”
Sein Lebensgefährte Ahmet Yildiz wurde am 15. Juli vergangenen Jahres auf der Straße vor seiner Wohnung in Istanbul erschossen. Ein knappes Jahr zuvor hatte der Mittzwanziger sich vor seiner Familie als schwul geoutet. Daraufhin wurde er emotional erpresst, bekam Morddrohungen. Schließlich erstattete er Anzeige. “Hätte die Staatsanwaltschaft die ernst genommen, wäre Ahmet am Leben”, sagte sein Lebensgefährte Ibrahim Can. (…)
Quelle: taz vom 05.09.2009
- Ehrenmord: Vater wegen Mordes an schwulem Sohn angeklagt
- Handakte-Artikel vom 24.06.2009


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