Gefälschte Genspuren

28.08.2009

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closeArchivbeitrag

Jahrelang jagte die Polizei in Heilbronn einem legendären “Phantom” hinterher, weil sie in zahlreichen Mordfällen immer wieder die gleichen Genspuren fand. Dann kam die ernüchternde Aufklärung: Die bei der Probennahme genutzten Wattestäbchen waren kontaminiert. Die DNA, die angeblich an den verschiedensten Tatorten gefunden wurde, gehörte einer unschuldigen Arbeiterin, die nur die Wattestäbchen zusammengesetzt hatte.

Der Fall sorgte Ende März für reichlich Spott in den Medien. Er machte deutlich, wie schnell ein genetischer Fingerabdruck die Kripo auf eine falsche Fährte führen kann. Künftig wird die Polizei aber nicht nur bei der Auswahl ihrer Labormaterialien sorgsamer vorgehen müssen. Israelische Forscher haben gezeigt, dass Kriminelle am Tatort auch manipulierte DNA-Spuren hinterlassen könnten. Ihre Studie, die online im Fachmagazin “Forensic Science International: Genetics” erschien, stellt die Glaubwürdigkeit forensischer Gentests zusätzlich infrage.



Dan Frumkin und Kollegen von der Biotech-Firma Nucleix aus Tel Aviv erzeugten in ihrem Labor gefälschte Blutproben. Dafür nahmen sie Blut von einer Frau und entfernten alle darin enthaltenen Genspuren, indem sie die weißen Blutkörperchen ausfilterten. Anschließend mischten sie DNA eines Mannes in die verbliebene Flüssigkeit und schickten sie als Probe an ein amerikanisches Forensik-Labor. Dort schöpfte niemand Verdacht. Das Blut wurde mit den üblichen Methoden untersucht – mit dem Ergebnis, es stamme eindeutig von einem Mann. (…)

Quelle: Merkur vom 28.08.2009


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