Ein Artikel der schwedischen Zeitung “Aftonbladet” sorgt für diplomatische Verstimmungen. Ohne handfeste Beweise beschuldigt der freie Journalist Donald Bostrom israelische Soldaten, Organe getöteter Palästinenser zu stehlen. Israel redet von Antisemitismus, Schweden dagegen von Pressefreiheit.
Jener Artikel, der Donald Bostrom zu zweifelhaftem Weltruhm verhalf und seit einer Woche die Beziehungen zwischen Israel und Schweden belastet, ist wahrlich kein journalistisches Meisterwerk. Mindestens eine Absage hatte der Freelance-Journalist schon erhalten, als das Boulevardblatt “Aftonbladet” am 17. August in seinem Kulturteil seinen zweiseitigen Text mit dem Titel: “Sie stehlen die Organe unserer Söhne” abdruckte.
Soldaten der israelischen Armee würden palästinensische junge Männer töten, um den Leichen dann die Organe zu entnehmen, hieß es in dem Artikel. Das jedenfalls sollen laut Bostrom palästinensische Familienmitglieder eines 1992 von der israelischen Armee erschossenen jungen Mannes gesagt haben. Weitere Beweise für die Anschuldigung habe er nicht, hat Bostrom mittlerweile zugegeben. Das ist an sich schon ein journalistisches Armutszeugnis. (…)
Quelle: WELT vom 26.08.2009
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