In diesem Jahr sind die Äpfel gut

18.08.2009

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Es sind wahre Geschichten über die Abgründe der menschlichen Natur, die der Berliner Strafverteidiger und Anwalt Ferdinand von Schirach, 45, in seinem ersten Buch erzählt. Es ist ein Erzählband mit Kurzgeschichten, die auf Fällen basieren, die er in seiner Kanzlei erlebt hat. Neben Eifersucht, Gier, Verzweiflung und Leidenschaft geht es natürlich auch immer wieder um die ewige Frage nach dem Whodunit – wobei die entscheidendere Rolle aber spielt, warum jemand etwas getan hat. Ein wunderbares Debüt, fesselnd von der ersten Seite an und ohne jeden falschen Ton.



Ein freundlicher älterer Doktor erschlägt nach vierzig Jahren Ehe seine Frau mit einer Axt, ein führender Industrieller wird des Mordes an einer Prostituierten verdächtigt, eine Frau tötet ihren Bruder . . . All die Geschichten aus Ihrem Buch haben Sie als Strafverteidiger erlebt. Liest sich, als wäre Ihr Berufsleben sehr schillernd.

Ferdinand von Schirach: Also, es ist nicht unspannend. Es gibt Leute, die behaupten, sie seinen nur deshalb Strafverteidiger geworden, weil Leute einfach so tolle Geschichten erzählen. Die Menschen kommen zu Ihnen in die Kanzlei und erzählen etwas, das wirklich passiert ist. Wo hat man das schon? Das ist so wie gutes Kino und eigentlich noch interessanter. Aber es gibt natürlich auch mühsame Sachen, irgendwann haben Sie ein bisschen die Nase voll von den weinenden Ehefrauen der inhaftierten Mandanten. Oder in der weißen Kriminalität, in der Wirtschaftskriminalität, kann es auch anstrengend sein, dass alle Leute, die zu Ihnen kommen, immer vollkommen unschuldig sind.

Das ganze Interview zum Buch: FAZ vom 17.08.2009

und eine Leseprobe …

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