Am 11. März 2009 tötete Tim K., 17, in der Realschule Winnenden und auf der Flucht 15 Menschen, bevor er sich selbst erschoss.
Die Angehörigen der Opfer sind inzwischen anwaltlich vertreten und üben scharfe Kritik an der Vorgehensweise der Justiz. Es ist von Polizeipannen die Rede, von verweigerter Akteneinsicht und Demütigung.
Grund der Kritik ist die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft, die gegen Tims Vater wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Ihm gehörte die Waffe, mit der Tim die Opfer erschoss. Tims Eltern hatten sich in einem Brief an die Angehörigen der Getöteten gewandt:
Es vergehe „kein Tag“, an dem sie nicht an die Folgen der Bluttat vom 11. März und an die Opfer denken, schreiben die Eltern. Was ihr Sohn angerichtet habe, tue ihnen „aus tiefstem Herzen leid“ und „zerreiße“ sie. Sie würden den Hinterbliebenen „gern Antwort geben“. Doch: „Wir wissen nicht, wie Tim zu dieser Tat fähig war.“ Die Last des Verbrechens werde sie „ein Leben lang begleiten.“ Sie wüssten, dass sie die Familien der Opfer auf Grund der Schwere der Tat nicht um Vergebung bitten könnten. Dennoch seien sie bereit, mit den Hinterbliebenen in Kontakt zu kommen, sofern diese es wünschten. (Focus vom 01.08.2009)
Die Reaktionen auf diesen Brief sind gemischt, so wurde er als “zu spät” und als “taktisches Manöver” bezeichnet, um einen öffentlichen Prozess zu vermeiden. Die Angehörigen befürchten jetzt, dass Tims Vater mit einem Strafbefehl belangt und der Vorgang zu den Akten gelegt würde. Für die Familien bedeutet es, dass sie mit ihren Fragen zurück bleiben und vergeblich auf Antworten warten.
„Das ist für meine Mandanten ein demütigender Zustand. Die Angehörigen wollen wissen, warum ihre Liebsten sterben mussten“, sagte Rechtsanwalt Uwe Krechel dem Abendblatt.

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