Justiz auf Russisch

5.08.2009

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closeArchivbeitrag

In der Provinzhauptstadt Twer bei Moskau steht der Kleinindustrielle Nikolaj Gorschkow wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. Gorschkow produziert Gewebe für Auto- und Flugzeugreifen, die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er habe sein Reifengewebe jahrelang bei fiktiven Firmen fiktiv imprägnieren lassen, um mit diesen fiktiven Kosten Gewinne und Steuern zu senken. So habe der Unternehmer den russischen Staat um mehrere Millionen Rubel betrogen.

Gorschkow aber schwört, er habe seine Produktion imprägnieren lassen. Auch seine Abnehmer bezeugen, sie hätten von ihm wirklich imprägnierte Reifengewebe erhalten.


Aber das hilft ihm nichts. Erst verlor Gorschkow mehrere Arbitrage-Prozesse gegen das Finanzamt, jetzt droht ihm als Steuerhinterzieher das Gefängnis. Der Twerer Kleinindustrielle glaubt, ihm werde nur deshalb der Prozess gemacht, weil er mit Schmiergeld gegeizt habe.

Im April 2006 seien Rechtsberater, ehemalige Steuerfahnder, an ihn herangetreten, und hätten ihm ihre juristischen Dienste angeboten. Nachdem er ablehnte, hagelte es Steuerprüfungen. “Du gehst nicht konstruktiv mit deinem Problem um”, hätte ihm einer der Fahnder erklärt. (…)

Quelle: fr-online vom 04.08.2009


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