Sinn und Unsinn des deutschen Insolvenzverfahrens

30.07.2009

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Die Wirtschaftskrise trifft die exportabhängige, deutsche Wirtschaft besonders. Die Regierung hat reagiert und den Überschuldungsbegriff in der Insolvenzordnung gelockert. Doch Experten fordern weitere Reformen. Das deutsche Insolvenzrecht ziele zu stark auf eine finanzwirtschaftliche, statt auf eine ertragswirtschaftliche Sanierung.

Die täglichen Wasserstandsmeldungen der deutschen Insolvenzgerichte lassen nichts Gutes erahnen. Beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg stellten seit Jahresbeginn 833 Unternehmen einen Insolvenzantrag, es folgen Köln (430), Hamburg (380), München (345) und Leipzig (296), wie auf der Internetseite indat.info nachzulesen ist. Bundesweit mussten bis Anfang Mai 2009 fast 15.400 Manager und Firmeninhaber die Reißleine ziehen.




Dabei ist das Risiko, mit dem eigenen Unternehmen zu scheitern, vergleichsweise gering. So hat die Wirtschaftsauskunftei Creditreform errechnet, dass die durchschnittliche Insolvenzquote in Westeuropa 2008 bei 83 insolventen Betrieben pro 10 000 Unternehmen gelegen hat. Deutschland erreichte mit einer Quote von 96 einen leicht über dem Durchschnitt liegenden Wert. (…)

Quelle: Handelsblatt vom 30.07.2009


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