Wies’n-Prozess: Opfer hat sich gemeldet

28.07.2009

Vorlesen mit webReader
closeArchivbeitrag

Zwei Jahre nach der Tat: Die Frau, die nach einem Wiesn-Besuch von drei Männern mit K.o.-Tropfen betäubt und dann vergewaltigt wurde, hat sich bei der Polizei gemeldet.

Der Prozess lief, allein das Opfer fehlte: Nun, rund zwei Jahre nach einer Vergewaltigung am Rande des Münchner Oktoberfests, hat sich das 24-jährige Opfer bei der Polizei gemeldet. Man gehe davon aus, dass die Frau im Herbst 2007 von zwei Männern vergewaltigt worden sei, sagte ein Sprecher der Polizei.


Weshalb die Frau sich jetzt erst gemeldet habe, konnte er nicht sagen. “Sie wird ihre Gründe haben, weshalb sie jetzt erst zur Polizei geht”, sagte der Sprecher. Trotz intensiver Ermittlungen und Öffentlichkeitsfahndung suchte die Polizei fast eineinhalb Jahre lang vergeblich nach dem Opfer. Vielleicht hat sich die Frau aus Scham nicht gemeldet – oder weil sie sich nicht an die Tat erinnern konnte.

Der Prozess begann trotzdem: Wichtigstes Beweismittel war bislang das Handy eines Angeklagten, das bei einer Durchsuchung wegen eines Rauschgiftdelikts im Frühjahr 2008 sichergestellt wurde. Auf dem Mobiltelefon fanden die Ermittler zufällig Fotos, die während der Vergewaltigung aufgenommen worden waren. (…)

Quelle: Süddeutsche vom 28.07.2009


Wiesn-Vergewaltigung: Lebt das Opfer noch? (TZ-online vom 10.07.2009)
"Die Verbrecher vergehen sich an dem hilflosen Opfer auf perverse Weise. „Sie wirkt wie ein Puppe“, konstatiert Richter Norbert Riedmann und fragt die drei Angeklagten entsetzt: „Hat sie noch gelebt?“"
Nach der Wiesn: Bewusstlose vergewaltigt (Abendzeitung vom 09.07.2009)
"„Liserl“ – so stand es auf einem Namensschild, dass mit einer Holzwäscheklammer an ihrem Top befestigt und von Zeugen auf der Wiesn erkannt worden war – bleibt wie vom Erdboden verschwunden. Wahrscheinlich weiß sie nicht einmal, was mit ihr geschehen ist, nachdem sie die drei jungen Männer auf der Wiesn kennengelernt hatte."

RSS-Abonnement | Email-Service | Folgen Sie mir bei Twitter

Comments on this entry are closed.