Das Internet als vielgenutzte Plattform für Terroristen? Von wegen. Eine Studie der Harvard-Universität räumt mit einigen Vorurteilen auf. Arabische Blogger haben anderes im Sinn.
Wenn Sicherheitsexperten davon sprechen, dass die Gefahr von Terroranschlägen vor der Bundestagswahl steige, begründeten sie das auch mit “angeschwollenem Hintergrundrauschen”. Unterm anderem ist damit die zunehmende Zahl an Drohvideos im Internet gemeint.
Eine neue Studie der amerikanischen Harvard-Universität kann zwar nicht widerlegen, dass islamische Extremisten und Terroristen das Netz als Plattform zur Verbreitung ihrer radikalen Ansichten und die Organisation weltweiter Anschläge nutzen. Doch sie räumt durch eine Analyse von mehr als 4000 arabischen Blogs mit einigen verbreiteten Vorurteilen auf.
Allen voran: das Netz ist kein Hort für Terror-Sympathisanten. Weniger als ein Prozent der arabischen Blogger befürworten Terrorismus, während sich fast jeder Fünfte explizit dagegen ausspricht. “Wir waren selbst überrascht, dass wir keine Blogs rund um Extremismus oder Dschihad gefunden haben”, sagte Bruce Etling, einer der vier Autoren, bei der Vorstellung der Studie. (…)
Quelle: Silke Lode in der Süddeutschen vom 15.07.2009

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