Claudia Pechstein gedopt und gesperrt

4.07.2009

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Ein Paukenschlag erschüttert den deutschen Sport: ist bei der Weltmeisterschaft des Blutdopings überführt und für zwei Jahre gesperrt worden. In Vancouver 2010 ist sie wohl nicht dabei. Ihr Anwalt kündigte Einspruch an.

Auf einen Titel ist Claudia Pechstein immer besonders stolz gewesen: “Erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin”. Das Management dichtete der Eisschnellläuferin sogar gerne noch den Zusatz “aller Zeiten” dazu, so, als könne es auch in Zukunft garantiert nie eine Bessere geben.

Pechsteins sportliche Bilanz ist beeindruckend: Fünf Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen hat die Berlinerin seit den Olympischen Spielen 1992 in Albertville gesammelt. Dazu kamen 34 WM- und zehn EM-Medaillen. ist schon 37. Trotzdem wollte sie auch noch an Olympia in Vancouver teilnehmen. Wollte. (…)

Quelle: Süddeutsche vom 04.07.2009

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Pechstein räumt Fehler ein (ZDF-Mediathek vom 04.07.2009)
"Ja, ich habe mir tatsächlich etwas vorzuwerfen. Und zwar, dass ich mich auf den 'Kuhhandel' der ISU eingelassen habe, der mir zur Halbzeit der Mehrkampf-WM in Hamar unterbreitet wurde. Wenn ich mich krankmelde, dann werden wir die Öffentlichkeit nicht informieren. Und die ganze Angelegenheit kann in aller Ruhe geklärt werden, wurde mir vorgeschlagen, als mir in der Nacht zum 8. Februar 2009 die Nachricht der gemessenen erhöhten Retikulozytenwerte überbracht wurde", erklärte Pechstein auf ihrer Homepage www.Claudia-Pechstein.de.
Homepage von Claudia Pechstein
"Und von daher werde ich das tun, was ich am besten kann, kämpfen. Glaubt mir, die letzten Monate waren hart und nicht selten tränenreich. Aber ich weiß jetzt, das Schlimmste liegt hinter mir. Ich habe gestern eine öffentliche Hinrichtung über mich ergehen lassen müssen, habe den den Dopingstempel aufgedrückt bekommen. Das unvorstellbare ist tatsächlich geschehen, das schlimmste was einem Sportler passieren kann. Ab jetzt kann es nur noch besser werden."
Das Blut der Besten – taz vom 05.07.2009
Claudia Pechstein wird Blutdoping vorgeworfen. "Daran ist gar nichts wahr", sagt die 37-Jährige, deren Leistungsexplosion im vergangenen Winter nicht wenige Beobachter in Staunen versetzt hat. Und: "Es liegen von mir keine positiven Proben vor." Es gibt sie also immer noch, die Sportler, die das für ein geeignetes Argument in ihrer Verteidigung halten.
Die spektakulärsten Dopingfälle im Sport (Allgemeine Zeitung vom 06.07.2009)
Tom Simpson, Ben Johnson, Katrin Krabbe … bis hin zu Marion Jones.
Die schönsten Dopingausreden (Allgemeine Zeitung vom 06.07.2009)
"Mountainbikefahrerein Ivonne Kraft behauptete 2007, der Asthma-Inhalator ihrer Mama sei in ihrem Beisein explodiert. "Vor Schreck hab ich ,huch' gesagt und wohl versehentlich etwas inhaliert." "
Claudia Pechstein wegen Blutdopings gesperrt (Jens Weinreich)
"Jetzt wird es richtig interessant. Ich hatte eigentlich immer an den Kontrollen im Eisschnelllaufen gezweifelt. Aber siehe, sie kontrollieren doch. Und sie finden manchmal etwas. Claudia Pechstein zum Beispiel, Polizeihauptmeisterin der Bundespolizei und erfolgreichste deutsche Medaillengewinnerin bei Olympischen Winterspielen, ist gemäß Mitteilung des Eislauf-Weltverbandes ISU des Blutdopings überführt worden."
Opfer oder Täterin? (Ärztezeitung vom 09.07.2009)
Ein hoher Wert an Retikulozyten – Vorläuferzellen von Erythrozyten – aber normale Hämoglobin- und Hämatokritwerte. Die Dopingvorwürfe an Claudia Pechstein werfen auch medizinisch Fragen auf.

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