Der pensionierte Lehrer Bernd Krupsky ist der erste Käufer von Lehman-Zertifikaten bei der Hamburger Sparkasse, der voll entschädigt werden muss. Das entschied heute das Landgericht Hamburg. Die Sparkasse habe den Kunden beim Verkauf falsch beraten. (Az. 310 O 4/09)
Als Mitglied der Lehrergewerkschaft GEW hat Bernd Krupsky früher so manchen Kampf geführt. Seine Rente wollte der frühpensionierte 64-Jährige allerdings in Ruhe genießen. Doch die Pleite der amerikanischen Lehman-Bank durchkreuzte diesen Plan. Als Speerspitze für die rund 300 Mandanten seines Rechtsanwalts, die von der Hamburger Sparkasse (Haspa) Lehman-Zertifikate erworben haben, zog er vor den Kadi. Und siegte heute auf ganzer Linie.
“Früher hatte ich nur ganz langweilige Anlagen, bei denen Kapital und Zinsen ganz sicher waren”, schildert der Pensionär sein Anlageverhalten vor dem Moment Ende 2006, als seine Haspa-Beraterin anrief und darauf hinwies, dass Gelder frei geworden seien. “Wir hatten fast ein persönliches Verhältnis zu ihr”, sagt Krupsky, der seit 40 Jahren Haspa-Kunde ist. “Meine Frau und ich haben den Termin wahrgenommen und für 10.000 Euro Lehman-Zertifikate gekauft. Es wurde uns gesagt, das Kapital wäre sicher, die Bank könne quasi gar nicht pleite gehen.”
Dann kam der Bankencrash im Jahr 2008, und Bernd Krupsky guckte vorsichtshalber auf seinen Gesamtnutzungsauszug. “Da stand hinter Lehman eine schwarze Null.” Die erste Reaktion bestand paradoxerweise aus Schuldgefühlen: “Man will es am Anfang nicht wahrhaben, es gibt so ein Gefühl: Mensch, was hast du für einen Mist gebaut.” Von der Haspa habe es in der Folgezeit beruhigende Schreiben gegeben, in denen auf das Insolvenzrecht in den USA verwiesen und die Hoffnung geschürt wurde, zumindest Teile der Anlage zurückzubekommen. “Die Haspa fühlte sich in keiner Weise verantwortlich.” Und Krupsky irgendwann über den Tisch gezogen. (…)
Quelle: ZDF vom 23.06.2009

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