Mit Twitter gegen die Zensur

18.06.2009

Vorlesen mit webReader
closeArchivbeitrag

Bei den Protesten im Iran spielen Onlinedienste aus dem “Social Web” wie Twitter, Facebook und YouTube seit Tagen eine große Rolle. Oppositionsgruppen nutzen etwa das 140-Zeichen-Medium Twitter, um Demonstrationen zu organisieren. Auf Facebook geben sie Hinweise, welche Straßenzüge in Teheran man meiden sollte, weil sich dort gerade die Schlägertrupps der Regierung aufhalten.

Twitter-Anwender wie “persiankiwi” (twitter.com/persiankiwi), die offenbar direkt aus dem Iran berichten, haben inzwischen zehntausende “Follower” (Abonnenten). Damit können Internet-Anwender weltweit Augenzeugen einer Entwicklung werden, die das Regime in Teheran der Welt lieber verbergen würde – auch wenn der Wahrheitsgehalt der Meldungen aus dem digitalen Untergrund nicht garantiert werden kann. Nun fragen sich viele Experten, wie lange Twitter, Facebook und YouTube noch unzensiert im Iran genutzt werden können.

Jonathan Zittrain, Jura-Professor in Harvard, schreibt im Blog futureoftheinternet.org, dass der Iran alle Voraussetzungen für die technische Blockade des Internets habe. Nachdem das Regime erst eine Filtersoftware aus USA verwendet habe, um die Zugriffe auf missliebige Internetseiten zu blockieren, sei der Iran nun in der Lage, mit einem eigenen System das Web zu zensieren. (…)

Quelle: Allgemeine Zeitung vom 18.06.2009


RSS-Abonnement | Email-Service | Folgen Sie mir bei Twitter

Comments on this entry are closed.