Gerichtshows im Fernsehen

11.06.2009

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Heute bringt eine Heizdecke den Mörder zur Strecke. Genauer gesagt, ihre Besitzerin, die Nachbarin des Mordopfers. Sie meldet sich spontan von der Zuschauerbank des Gerichts zu Wort: Sie hätte der Toten ihre Heizdecke geliehen, nun sei das gute Stück spurlos verschwunden. So liefert sie der Fernsehrichterin Barbara Salesch den entscheidenden Tipp für ihr Urteil über Staffel 10, Folge 253.

Hitzige Schwestern” heißt die Episode, die an diesem Morgen in den Sat.1-Studios von Köln Hürth aufgezeichnet wird. Eine Schülergruppe aus Bonn ist zum Zuschauen da. Heute wird eine verhängnisvolle Dreiecksaffäre juristisch durchgespielt: Da sind zwei Schwestern, eine verheiratet, aber kinderlos, die andere männerlos, aber schwanger – und jetzt tot. Der Vater des Kindes war der Mann ihrer Schwester. Hat also die Betrogene aus Wut getötet?



Richterin Barbara Salesch ist seit dem 27. September 1999 auf Sendung. Die 59 Jahre alte Juristin hat sich vom Landgericht Hamburg beurlauben lassen und sich als erste deutsche Richterin ins Fernsehen gewagt. Anfangs dümpelte die Sendung mit mäßiger Quote vor sich hin. Dann änderten ihre Produzenten das Konzept, weg von echten Zivilrechtsfällen mit echten Parteien hin zu erfundenen Strafrechtsfällen mit Laienspielern. Seitdem erlebt die Show einen Dauer-Höhenflug, die Quote liegt bei 20 Prozent. Manche Folge erreicht zwei Millionen Zuschauer. Andere Sender zogen nach, aber Richterin Salesch hat viele Konkurrenten überlebt. Am 20. März 2008 sprach sie ihr 1.500. Fernsehurteil. (…)

Quelle: FAZ vom 10.06.2009


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