7,2 Millionen für ein ganzes Leben

10.06.2009

closeArchivbeitrag

In Hamburg streitet ein schwer hirngeschädigtes Unfallopfer um die höchste Versicherungssumme aller Zeiten.

Eine Kfz-Haftpflichtversicherung hat jeder, der ein eigenes Auto fährt. Seitdem man solche Verträge online abschließen und kündigen kann, tun das viele Autofahrer sogar jedes Jahr: Sie klicken sich durch hunderte Angebote, um eine Versicherung zu finden, die noch ein bisschen günstiger ist als die alte. Rabatte gibt es für Viel- oder Wenigfahrer, für Frauen und für Garagenparker.

Was aber wirklich zählt, ist online nicht zu erfahren. Wie verhält sich die Versicherung, wenn es darauf ankommt? Wie viel zahlt sie einem Opfer nach einem schweren Unfall tatsächlich?

Die Summen in den Policen erscheinen abenteuerlich hoch: Personenschäden sind in der Regel bis zu einer Obergrenze von acht Millionen Euro abgedeckt. Ausgezahlt wurde das in Deutschland jedoch noch nie.

“Diese Summen stehen da drin”, sagt Wolfgang Leix von der Münchner Generali-Versicherung etwas ratlos, “weil der Gesetzgeber das im Rahmen der Opferentschädigung vorgesehen hat, falls es solche Schäden einmal gegen sollte.” Nun könnte es soweit sein.

Das Landgericht Hamburg verhandelt am Donnerstag über die höchste Entschädigungssumme, die je ein Unfallopfer von einer Versicherung gefordert hat. Brigitte T., 58, Mutter der 23 Jahre alten Sarah T., streitet für ihre Tochter um 7,2 Millionen Euro. Diese Summe hat Anwalt Jürgen Hennemann ausgerechnet, “aufs Komma, jeden Posten”, sagt er.

Adressat der Forderung: die Generali-Versicherung. (…)

Quelle: Süddeutsche vom 09.06.2009


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