In Höhe Hausnummer 53 ist der Kurfürstendamm in Berlin von feinerer Art. Hier bieten Geschäfte teure Möbel oder edle Textilien an. Im zweiten Stock des prächtigen Altbaus arbeitet ein Mann, der den Blick in die Wipfel der Kastanienbäume genießen kann – und der sich doch manchmal wie ein Chirurg fühlen muss.
Morgens, sagt Christian Schertz, 42, sei es bei ihm manchmal wie in der “Notaufnahme”: Da sei irgendwo ein problematischer Presseartikel erschienen, mit Falschbehauptungen oder einem Angriff auf die Intimsphäre, und es bleibe kaum Zeit zu reagieren. Dann greift der Jurist zum Skalpell – und fordert, mindestens, eine Unterlassungserklärung. Er spricht von “presserechtlicher Erstversorgung, um Schlimmeres zu verhindern“. (…)
Quelle: Süddeutsche vom 28.05.2009

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