Es ist ein Irrglaube, der dem HSV das Leben nicht leichter macht. Wo sind all die Millionen hin? Warum stehen dem Verein, trotz gewaltiger Transfereinnahmen, nur etwa 15 Millionen Euro für die Verpflichtung neuer Stars zur Verfügung? Das fragen sich nicht nur die Fans – sondern auch die Profis des Vereins. “Der HSV hat ja jede Menge Geld eingenommen, da wird er sicher auch wieder reichlich investieren”, vermutete Marcell Jansen zuletzt. Und reihte sich damit in die Schar derer ein, die die Rechnung ohne den Wirt machen.
50,3 Millionen Euro kassierte der HSV seit dem vergangenen Sommer. 34,3 Millionen gab er im selben Zeitraum aus. Zahlen, die allerdings nur auf dem Papier existieren und rein gar nichts mit Ein- und Ausgängen auf dem Bankkonto zu tun haben. Die MOPO bringt Licht ins Dunkel.
Das Beispiel Nigel de Jong verdeutlicht die Diskrepanz zwischen ausgehandelter Ablöse und sofortigem finanziellen Spielraum. Mit Manchester City wurde eine Ratenzahlung vereinbart. So erhielt der HSV von den ausgehandelten 17,2 Millionen Euro bislang nur etwa fünf Millionen. Das Gute daran: Der Verein kann auch in den folgenden Jahren fest mit Ratenzahlungen aus Manchester planen. Der Nachteil: Die Klubbosse können eben nicht per sofort 17,2 Millionen in neue Spieler stecken – weil der Betrag so noch gar nicht zur Verfügung steht. Ähnlich verhält es sich bei anderen Spielern wie Rafael van der Vaart (wechselte für 14 Millionen Euro zu Real Madrid). Noch kurioser läuft’s bei Vincent Kompany. Der HSV kassiert (in Raten) Geld von Manchester City (8,8 Millionen Euro) – und zahlt seinerseits noch die 2006 ausgehandelte 8,5-Millionen-Ablöse an den RSC Anderlecht in Raten ab. (…)
Quelle: MoPo vom 28.05.2009



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