Ulrich Endres: Der Mann fürs Grobe

22.05.2009

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Viel wurde Ulrich Endres schon vorgeworfen – aber noch nie, dass er um den heißen Brei herumredet. “Wenn es den Beruf des Strafverteidigers nicht gäbe, er müsste für mich erfunden werden”, sagt der großgewachsene, schlanke Rechtsanwalt in seinem hellen Büro im Frankfurter Stadtteil Höchst. Und während man noch darüber nachdenkt, ob es nicht auch eine Nummer kleiner geht, schiebt er nach: “Diese Aufgabe ist mir auf den Leib geschrieben.” Sicherlich, er wäre auch ein guter Arzt geworden, zählt er auf – “Ich glaube, ich kann gut mit Menschen umgehen” –, doch Strafverteidiger, das war es von Anfang an, das ist es auch heute.

So viel Selbstbewusstsein mag anderen als ein klares Zeichen für Überheblichkeit erscheinen, doch für den 62 Jahre alten Strafrechtler bedeutet es vor allen Dingen, dass er seinen Platz gefunden hat. “Ich bin kein Richter, ich bin kein Staatsanwalt”, sagt Endres und wirkt dabei keineswegs so, als würde er damit eine Niederlage einräumen. “Ich will für jemanden kämpfen.”



Schwierige Mandate scheut Endres genauso wenig wie deutliche Worte. Tötungsdelikte gehören zu seiner Spezialität. Mehr als 130 dieser Fälle hat er in seiner 36 Jahre währenden Karriere schon bearbeitet, allein sieben solcher Verfahren bearbeitet seine Kanzlei mit drei Partnern und insgesamt zehn Mitarbeiter zurzeit. Der viel zitierte “Frankfurter Rabbi-Attentäter” war erst jüngst unter seinen Mandanten, und natürlich der Kindermörder Magnus Gäfgen, dessen spektakulärer Fall mit der Folterandrohung des Frankfurter Polizeivizepräsidenten vor rund fünf Jahren die Republik polarisierte. (…)

Quelle: FAZ vom 23.06.2008

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