Stasi-Spitzel verursacht 68er-Bewegung

22.05.2009

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Zwar hat der Geheimdienst der DDR keinen Auftrag für den Schuss gegeben und bewertete das Ereignis im Nachhinein als Unfall. Dennoch bewirkte der Schuss Großes: Als Konsequenz gingen tausende Studenten auf die Barrikaden. Die 68er-Bewegung war geboren, aus der später auch die RAF erwachsen sollte und mit ihr der Deutsche Herbst. Damals wurden Beweise vernichtet, Zeugenaussagen widersprachen den Darstellungen des Polizisten Karl-Heinz Kurras. Dieser wurde schließlich vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen – aus Mangel an Beweisen.

Nach dem tödlichen Schuss auf Benno Ohnesorg funkte das MfS an Kurras: “Material sofort vernichten. Vorerst Arbeit einstellen. Betrachten Ereignis als sehr bedauerlichen Unglücksfall.” ZDF und Frankfurter Allgemeine Zeitung berichteten, Kurras sei SED-Mitglied gewesen und habe sich bereits 1955 gegenüber dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR verpflichtet, die West-Berliner Polizei auszuspähen. Quellen der Informationen seien neu aufgefundene Dokumente aus der Birthler Behörde.

Der Spionageexperte der Birthler-Behörde, Helmut Müller-Enbergs, sagte dem ZDF, es gebe keinen Hinweis in der Stasi-Akte, dass Kurras einen Auftrag hatte, Ohnesorg zu erschießen. Kurras wurde seinerzeit von der Anklage der fahrlässiger Tötung mangels Beweisen freigesprochen. Die FAZ ergänzt, bei der Staatssicherheit sei die Personenakte von Kurras nach dem Vorfall entfernt worden, so dass es unmittelbar nach dem 2. Juni 1967 unmöglich wurde, seine Akte zu finden. Laut Müller-Enbergs sei sie “ausschließlich durch interne Forschungen auffindbar geworden”. (…)

Quelle: ZEIT vom 21.05.2009

Dazu auch: Ohnesorg von Stasi-Spitzel erschossen


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