Wendelin Wiedeking mag Monopoly, er spielt es mit der Familie, er spielt es mit Freunden. Meistens gewinnt er. Er führt das nicht auf Glück, sondern auf seine Taktik zurück. Wiedeking ist ein vorsichtiger Spieler, er kauft zum Beispiel nicht gleich die Schlossallee, wenn er die Gelegenheit dazu hat, »denn die nimmt Ihnen am Anfang ziemlich viel Geld aus der Kasse«, wie er mal erklärt hat. Lieber fängt er mit den preiswerten Straßen an, kassiert dort erst mal ein paar Mieten. »Da finanziert sich die Schlossallee hinterher von allein.«
Beim Firmen-Monopoly ist er genauso vorgegangen. Als der Porsche-Chef vor vier Jahren den Einfall hatte, sich am 14-mal größeren VW-Konzern zu beteiligen, kaufte er die ersten Aktien billig zusammen. Er ließ sich von seinem Finanzchef Holger Härter einen Plan ausarbeiten, wie man an weitere Anteile herankommen könnte, ohne dabei viel Aufsehen zu erregen und viel Geld auszugeben. Mithilfe von Optionen verdiente Porsche prächtig an jenem Kursanstieg der VW-Aktie, den die Sportwagenfirma mit ihren Aktienkäufen ausgelöst hatte. Dank der Finanzgeschäfte übertraf der Gewinn des Unternehmens dessen Umsatz.
Es schien fast so, als könne Porsche das Geld selbst drucken, mit dem es VW kaufte. (…)
Quelle: ZEIT vom 20.05.2009

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