Kriminalbiologe über Parawissenschaften

18.05.2009

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Herr Benecke, beim Kongress der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Erforschung von Parawissenschaften (GWUP) werden Sie einen Vortrag zur “Spontanen menschlichen Selbstentzündung” (SHC) halten. Dabei sollen Menschen ganz plötzlich von innen heraus verbrennen und nur die äußeren Gliedmaßen übrig bleiben. Wie erforschen Sie so etwas?

Früher konnten wir keine Fälle direkt angucken, sondern unsere Informationen nur aus der Literatur und den Polizeiakten rausziehen. Dann haben die Leute angefangen, mir zu schreiben und mich auf Fälle hinzuweisen, schließlich konnten wir sogar eine Frau in Belgien besuchen, die eine solche “Selbstentzündung” überlebt hatte. Darüber werde ich auch meinen Vortrag halten.

Normalerweise glaube ich Zeugen zwar nichts, dort war aber die eigene Familie dabei, dazu ein ganz unbeteiligter Mensch und die Leute im Krankenhaus, daran gibt es also nichts zu rütteln. Auch durch die Presse ging es nicht. Das Ganze ist vor zirka vier Jahren geschehen, und wir haben bis jetzt an der Aufklärung gearbeitet. Wir haben in den letzten Jahren auch neue Zündquellen für diese Fälle gefunden, beispielsweise aus Brandbomben des Zweiten Weltkriegs. (…)

Mark Benecke geboren 1970, ist einer der bekanntesten Forensiker Deutschlands und als Kommentator von Kriminalfällen und Autor auch durch Print, Funk und Fernsehen bekannt. Er ist Mitglied der GWUP, der “Gesellschaft zur wissenschaftlichen Erforschung von Parawissenschaften”, die u.a. das Magazin “Der Skeptiker” herausbringt und Kongresse abhält, der nächste vom 21. bis 23. Mai in Hamburg.

Nach einer Idee des Bühnenzauberers James Randi führt die GWUP Versuche zur Aufklärung durch – wenn jemand unter objektiven Bedingungen paranormale Fähigkeiten beweist, bekommt er eine Million Dollar auf die Hand. Das hat noch niemand geschafft.

Quelle: taz vom 18.05.2009


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