Die “Göttinger Affäre”

5.05.2009

closeArchivbeitrag

Die Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) waren über den Täuschungsversuch entsetzt: Als sie bei einem Förder-Antrag in Millionenhöhe die bisherige Erfolgsbilanz eines Sonderforschungsbereichs an der Uni Göttingen sehen wollten, staunten sie nicht schlecht: angebliche Veröffentlichungen entpuppten sich als unfertige Entwürfe, die noch nirgendwo publiziert waren.

Sechzehn Wissenschaftler sind jetzt in Erklärungsnot. Vor dem Hintergrund prüft die DFG noch diese Woche, wofür Fördergelder früherer Jahre wirklich ausgegeben wurden. Hunderttausend Euro “Restmittel“, die nicht fristgerecht verbraucht waren und deshalb zurückgezahlt werden mussten, wurden anscheinend lieber mit falschen Angaben zweckwidrig für sonstige Vorhaben eingesetzt. Der verantwortliche Leiter des Sonderforschungsbereichs ist deshalb zurückgetreten.

Die aktuelle Göttinger Affäre ist ein Beispiel für Tricksereien auch anderswo. Niemand lässt Zuwendungen gern verfallen. So geriet vor zwei Jahren ein Professor in Sachsen wegen der fragwürdigen Verwendung von Restmitteln in disziplinar- und strafrechtliche Konflikte.

Von Selbstbereicherung war in diesem wie im heutigen Göttinger Fall keine Rede. Hingegen hat etwa ein Dortmunder Informatik-Professor Geld von einer Partnerfirma seiner Universität für eine private Weltreise verbraten. Die Sache wurde erst vor wenigen Wochen mit einer fünfstelligen “Geldauflage” gerichtlich bereinigt …

Quelle: fr-online vom 04.05.2009


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