Auf der Aufsichtsratssitzung der HSH Nordbank am Donnerstag ist es zu einem Eklat gekommen. Die Minderheitsaktionäre befürchten, von den Mehrheitseignern über den Tisch gezogen zu werden.
Nach Informationen des Handelsblatts aus Aufsichtskreisen werfen die Sparkassen Schleswig-Holsteins und der US-Investmentbanker Christopher Flowers den Mehrheitseignern vor, die Bank künstlich zu niedrig zu bewerten. Auf diese Art und Weise würden die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg, die zusammen rund 60 Prozent der Anteile halten, nach der anstehenden Kapitalerhöhung von drei Mrd. Euro einen überproportional hohen Anteil halten. Die Kapitalerhöhung wird nur von den Ländern aufgebracht. Weder die Bank noch der Aufsichtsrat wollten sich zu den Vorwürfen äußern.
Um die Kapitalerhöhung und eine Bilanzgarantie von zehn Mrd. Euro gab es wochenlang ein politisches Tauziehen. Nach einem Verlust von 2,6 Mrd. Euro im vergangenen Jahr ist die Bank auf externe Hilfe angewiesen. Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Werner Marnette trat zurück, weil er das Sanierungskonzept nicht mitverantworten wollte. Vor wenigen Tagen erhielt das Vorstandsmitglied Frank Roth seine fristlose Kündigung, da er geheime Strategieunterlagen an Konzernfremde weitergegeben hatte. (…)
Quelle: Handelsblatt vom 30.04.2009

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