Zum Sterben von Ankara nach Zürich

26.04.2009

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Tugrul Cankurt ist ein pensionierter Lehrer aus Ankara – und hat in der Türkei eine Diskussion um Sterbehilfe ausgelöst. Bislang hatte die türkische Öffentlichkeit diese Debatte als ein Problem des westlichen Auslands wahrgenommen. Doch nun hat Tugrul Cankurt öffentlich angekündigt, seinem Leben mit Hilfe der Schweizer Organisation “Dignitas” ein Ende bereiten zu wollen.

Seit einem Unfall vor fünf Jahren ist Cankurt vom Hals abwärts gelähmt. In der Fernsehsendung des Kanals “Show TV” erklärte er, aus Ankara zugeschaltet, die Gründe für seinen Wunsch zu sterben: “Das ist einerseits die Tatsache, dass es außer Atmen und Denken nichts mehr gibt, was ich selbst machen kann. Und dann habe ich das Gefühl, die Familie um mich herum durch meine totale Hilflosigkeit zu zerstören. Denken Sie nur, ich muss mindestens zwei Mal in der Stunde in eine andere Position gedreht werden.”

Es gebe zu wenige Betreuungs- und Beratungsangebote für Schwerstbehinderte in der Türkei, ist ein Vorwurf, der in der Debatte immer wieder fällt. Auch die Ehefrau des Lehrers betonte in Interviews, dass der Staat die Familien alleine lasse: Häusliche Pflege müsse selbst bezahlt werden, für Rollstuhlfahrer gebe es nicht einmal abgesenkte Bordsteinkanten. (…)

Quelle: DW-World vom 26.04.2009


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