Kurz vor Ostern wurde der Schauspieler Claude-Oliver Rudolph verurteilt: Er hatte sich geweigert, Unterhalt für einen seiner Söhne zu zahlen. Seit sieben Jahren versucht Rebecka Klingler, ihren Mann aufzuspüren – er hat sie mit ihren Zwillingen sitzen lassen und ist angeblich unauffindbar. Rebecka Klingler lebt seitdem von Hartz IV, macht nun eine Schreinerlehre und versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Einzelfälle, na klar. Aber immer öfter führt der Weg junger Frauen, deren Männer sich vor ihrer Vater.
Und die Rechtsprechung trägt ihren Teil dazu bei. Zwar nicht beim Kindesunterhalt – der bleibt, wie er war. Doch beim Unterhalt für Partner, die Kinder betreuen. Ihnen wird abverlangt, schneller als bisher wieder arbeiten zu gehen. Im Sinne der Gleichberechtigung ist das ein nachvollziehbarer Standpunkt. Aber ist er auch realistisch?
Ab sofort ist jeder Vollzeitjob zumutbar, der der eigenen Ausbildung entspricht – nicht dem ehemals gelebten Standard. Doch welche Frau findet in der jetzigen Situation schon einen Vollzeit-Kitaplatz für ihre Kinder und eine Arbeit, mit der sich ein vernünftiger Lebensalltag finanzieren lässt? Vor allem, wenn die Frau jahrelang nicht gearbeitet hat. (…)
Die Gäste u.a.:
Armin Laschet (CDU), Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, Vater von drei Kindern
Christa Müller (Die Linke), familienpolitische Sprecherin ihrer Partei im Saarland, Ehefrau von Oskar Lafontaine und Mutter eines Sohnes
Claude Oliver Rudolph, Schauspieler, bekennender Macho und Vater der zur Unterhaltszahlung verurteilt wurde
Silvana Koch-Mehrin (FDP), Spitzenkandidatin bei der Europawahl, Mutter von drei Töchtern
Im Publikum: Rebecka Klingler, alleinerziehende Mutter
Am Pult: Dr. Isabell Götz, Richterin und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Familiengerichtstages.
Quelle: TV: Maybrit Illner am 16.04.2009, 22.15 Uhr, ZDF
