Amerika ganz ohne Grundbuch

29.03.2009

closeArchivbeitrag

Jede Krise hat ihre Verlierer – aber auch ihre Gewinner. Das gilt besonders für die Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten. Während Bilder von amerikanischen Familien um die Welt gingen, die ihre oft aufwendigen Eigenheime räumen mussten, weil sie ihre Hypothekenzinsen nicht mehr bezahlen konnten, will so mancher Europäer die günstigen Preise für den Kauf einer Immobilie in Florida, Texas oder Kalifornien nutzen. Bei dem Erwerb einer Auslandsimmobilie muss jedoch bedacht werden, dass der deutsche Käufer juristisch unbekanntes Gelände betritt. Das deutsche und das amerikanische Grundstücksrecht beruhen auf höchst unterschiedlichen Rechtssystemen.

Während unser Recht umfassend kodifiziert ist, orientiert sich das angloamerikanische “common law” an den Entscheidungen seiner Gerichte – den Präzedenzfällen. Dies führt dazu, dass Verträge in Deutschland meist nur einen Umfang von wenigen Seiten haben, weil jeweils ergänzend auf Gesetze zurückgegriffen werden kann. In Amerika aber werden nahezu alle Details vertraglich geregelt. Zudem gibt es auch kein einheitliches Grundstücksrecht. Zwischen den fünfzig Bundesstaaten bestehen teilweise erhebliche Unterschiede.

Quelle: FAZ vom 29.03.2009


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