TV-Detektive im weißen Kittel

27.03.2009

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Wattestäbchen! Jeder weiß, man darf sie sich nicht in die Ohren stecken. Aber im Ernst: Die banalsten Gegenstände sind Krimiautoren und Filmproduzenten schon immer lieb und teuer gewesen bei der Aufklärung ihrer selbst erdachten Verbrechen. Mindestens so wertvoll wie die Wundermittel der kriminologischen Hilfswissenschaften. Ein ganzes Sub-Genre von Krimis und Dokumentarformaten hat sich in den vergangenen Jahren jenen Detektiven im weißen Kittel verschrieben, deren Erkenntnisse handfestere Ermittler vom Schlage eines Schimanski kleinlaut machen.

Am 8. April wird in der ARD der WDR-Krimi “Schlaflos” Premiere feiern. Senta Berger spielt darin eine verurteilte Mörderin, die auch nach der Haftentlassung ihre Unschuld beteuert. Ihr erster Gang in Freiheit gilt dem Forensiker, dessen Gutachten sie hinter Gitter brachte. Man muss heute keinem TV-Zuschauer mehr erklären, was ein Forensiker tut. Besonders auf den privaten Kanälen wird über die Leistungen der gerichtlichen Humanwissenschaft regelmäßig berichtet. Stilbildend war die US-Serie “CSI – Crime Scene Investigation“, deren achte Staffel derzeit auf RTL zu sehen ist. In einer besonders beliebten Folge hatten es die Gerichtsmediziner mit grün verfärbtem Blut zu tun: Titel: “Vulkanier in Vegas“.

Fast vergessen scheint da der durch eine lange Tradition psychologischer Gerichtsfilme genährte vernünftige Zweifel gegenüber dem nicht durch Zeugenaussagen erhärteten Indizienbeweis. Stattdessen erleben wir ein Comeback des Topos vom “wissenschaftlichen Detektiv”, wie ihn 1887 der Engländer Sir Arthur Conan Doyle mit seinem legendären Sherlock Holmes etablierte.

Quelle: fr-online vom 27.03.2009

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