Erstmals soll ein ehemaliger Top-Manager von Siemens vor Gericht erscheinen. Er soll in das Schmiergeldsystem eingebunden gewesen sein.
Es wird noch einmal spannend im Korruptionsfall Siemens, dem dunkelsten Kapitel in der mehr als 160-jährigen Geschichte des Industrieunternehmens und einem der größten Wirtschaftsdelikte in der Bundesrepublik.
Als erster Ex-Manager aus dem engeren Führungskreis soll nach Informationen der Süddeutschen Zeitung in den nächsten Monaten Michael Kutschenreuter vor Gericht kommen. Der frühere Finanzvorstand der Konzernsparte Telekommunikation (Com) hat schon frühzeitig gestanden, in das Schmiergeldsystem bei Siemens eingebunden gewesen zu sein. Bei seinen Vernehmungen hat der Com-Manager ehemalige Zentralvorstände wie den früheren Siemens-Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger schwer belastet. Das könnte vor Gericht zur Sprache kommen. Neubürgers Anwalt äußerte sich dazu nicht.
Kutschenreuter soll zusammen mit zwei weiteren ehemaligen Com-Angestellten angeklagt werden. Die Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft gegen diese drei Beschuldigten sind inzwischen weitgehend abgeschlossen. Oberstaatsanwalt Anton Winkler sagte auf Anfrage, man konzentriere sich derzeit “unter anderem auf diese drei Personen”. Weitere Angaben zu diesen Beschuldigten machte Winkler nicht.
Quelle: Süddeutsche vom 21.03.2009

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