Das geistige Eigentum ist im Internet massiven Angriffen ausgesetzt. Das Abkommen der Internetsuchmaschine Google mit amerikanischen Verlegern droht auch das deutsche Urheberrecht auszuhebeln. Plattformen wie GoogleBooks und YouTube machen sich geistiges Eigentum in bisher ungekanntem Ausmaß straflos zu eigen – auch wenn sie gegen nationales Recht verstoßen. Die Autoren drohen so die Entscheidung über die Publikationsform ihrer Werke zu verlieren. Die Politik verfolgt diese gigantische Wissenspiraterie weitgehend passiv.
Gegen diese Entwicklung haben sich jetzt die Verleger Manfred Meiner, Vittorio Klostermann und KD Wolff gemeinsam mit dem Heidelberger Literaturwissenschaftler Roland Reuß in einem öffentlichen Appell gewandt. Es geht ihnen, wie sie schreiben, „um die völlig unverständliche Lethargie, mit der der zuständige politische Bereich (letztlich Justiz-, Wirtschaftsministerium und Kanzleramt) den Bedrohungen entgegentritt, die durch GoogleBooks und auch die »Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen« entstanden sind.“ Auf möglichst breiter Basis wollen sie die Öffentlichkeit und die Politik dazu aufrufen, endlich tätig zu werden und das Urheberrecht zu schützen.
Quelle: FAS vom 22.03.2009
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