In Neapel folgen Menschen aus ganz Italien einem Aufruf zur Demo gegen die organisierte Kriminalität. Mit dabei: Roberto Saviano, der Autor des Buchs “Gomorrha“.
Es war ein schier endloser, friedlicher, bunter Zug, der am Samstag über Kilometer hinweg die Uferstraße am Meer von Neapel füllte, bis hin zur Piazza del Plebiscito im Herzen der Stadt: ein Zug von etwa 150.000 Menschen, die gegen die Mafia-Organisationen Süditaliens demonstrierten.
An der Spitze gingen Angehörige von 500 Opfern der kriminellen Organisationen, aus Kampanien, Sizilien, Kalabrien. Väter, Mütter, Witwen und Waisen waren, oft mit Fotos der Ermordeten in den Händen, gekommen, um am “Tag der Erinnerung und des Engagements in Gedenken an die Mafia-Opfer” Italiens Öffentlichkeit wachzurütteln. Immer wieder wurden die Namen von über 900 Opfern der Cosa Nostra, der Ndrangheta, der Camorra verlesen: Menschen, die ermordet wurden, weil sie kein Schutzgeld zahlen wollten, weil sie als Polizisten, Staatsanwälte oder Journalisten die Mafia bekämpft hatten, weil sie mit gegnerischen Mafiosi verwechselt worden oder zur falschen Zeit am falschen Ort waren.
Quelle: taz vom 22.03.2009

Comments on this entry are closed.