Uni Hannover kassiert neun Doktortitel wieder ein

14.03.2009

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Eine Juraprofessor in Hannover bekam viel Geld dafür, dass er Richter und Anwälte zur Promotion führte. Neun Kunden einer windigen Promotionsberatung wurde das zum Verhängnis: Die Universität Hannover hat ihnen ihre Titel aberkannt. Weitere Prozesse bahnen sich an.

Die Wahl des Doktorvaters will gut überlegt sein, und dass es mit dem Titel am Ende klappt, ist nie garantiert. Für externe Doktoranden ist die Promotion oft besonders schwierig. Deshalb bieten “Promotionsberater” im Dunstkreis der Universitäten ihre Dienste an und sind seit vielen Jahren umstritten. Ein solches Institut zwischenzuschalten und zu bezahlen, kann sich allerdings unter Umständen bitter rächen.

Neun Juristen, darunter ein Richter, mehrere Staatsdiener und Rechtsanwälte, hatten auf ihrem Weg zur Promotion an der Universität Hannover Geld an eine Beraterfirma bezahlt – und sind ihre Doktortitel deshalb wieder los. Die Universität Hannover hatte die Titel zwischen 1998 und 2005 verliehen. Jetzt erkannte sie die akademischen Grade ab, wie die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” (HAZ) berichtet.

Grund für die Rückrufaktion: Die Juristen hatten ihre Arbeit beim wegen “Bestechlichkeit in besonders schwerem Fall” verurteilten Juraprofessor Thomas A. abgelegt. Ihm waren die Kandidaten wiederum von einer Agentur, dem Institut für Wissenschaftsberatung in Bergisch Gladbach, vermittelt worden. Die juristische Fakultät der Leibniz-Universität hält die Promotionen darum für rechtswidrig.

Quelle: Spiegel vom 14.03.2009


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